September 2026, Rwanda - von Andrea Muschiol

Aktuell haben die Schülerinnen und Schüler in Higiro, einer Primarstufe wenige Kilometer vor der Grenze zu Burundi, noch Sommerferien. Das alte Schuljahr endete wie immer mit Prüfun-gen, welche über die Versetzung in der Folgeklasse oder - für die 6. Klasse - die Zulassung für eine weiterführende Schule entscheiden. Beim Lernen konnten die über 1.200 Kinder neue Hefte für Mathe und Sprachen sowie Kulis verwenden. In den Pausen wurden sehr eifrig die Fußbälle und zwei Trikotsätze für Bewegung und Spaß genutzt. Dank einer Spende konnten durch den Kauf die Eltern entlastet werden, denn vor Ort sind viele Preise v.a. für Dinge des täglichen Bedarfs gestiegen, die Löhne jedoch nicht. Ein wenig Entlastung haben Erträge der Felder gebracht, da die Menschen in diesem Gebiet fast ausschließlich von Subsistenzwirt-schaft leben. Wir werden auch im neuen Schuljahr Schulequipment für die Kinder bereitstellen, damit möglichst viele Kinder Bildung erhalten, um ihre Zukunft gestalten zu können.

Auch Dr. Severién kommt mit seiner Ausbildung zum gynäkologischen Facharzt gut voran. Durch Theorie in der Universität und Praxiserfahrungen in unterschiedlichen Krankenhäusern erweitert er sein Wissen. Unser Beitrag für Kost und Logis unterstützt ihn und seine Familie bei den monatlichen Lebenshaltungskosten. Ein persönliches Kennenlernen bei einem Pro-jektbesuch ist in diesem Jahr leider nicht möglich. Aufgrund der Ebolaepidemie in der Demo-kratischen Republik Kongo, der eine Grenze zu Rwanda hat, wurde die Reise aktuell auf das nächste Jahr geschoben. Wir hoffen, dass die Anstrengungen für die Entwicklung eines Impf-stoffes gut voran gehen und keine Erkrankungen in Rwanda auftreten.

Im Weihnachtsrundschreiben teilen wir weitere Entwicklungen.

Juli 2025 von Andrea Muschiol

Zu Beginn des Jahres hörten wir erneut beunruhigende Nachrichten aus Rwanda: der Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo hatte sich ausgeweitet, Flüchtlinge kamen weiter über die Grenze nach Rwanda. Nach Informationen zur Unterzeichnung eines Abkommens Im Juni hoffen wir, dass es in der Region ruhiger wird und die Menschen zurückkehren können.

In den Gegenden des Krankenhauses in Gikonko und im Süden bei Higiro sind aufgrund der Entfernung keine Flüchtlinge angekommen, dennoch ist es für die Menschen vor Ort weiterhin schwierig, ein gutes Auskommen für sich und ihre Familien zu finden. Die Klimaveränderungen mit großer Hitze, im März von über 30 Grad und späterem (Stark-)Regen hat nicht zu den erwarteten Erträgen von den Feldern geführt.

Hier konnten wir mit Geld zur Unterstützung der Schulspeisung für die Schule in Gikonko einen Monat lang helfen. Die Kinder erhielten ein warmes Mittagessen, z.B. Hirsebrei aus Sorghum oder Reis mit Gemüse. Der Wechselkurs zum Euro ist ca. 17% gestiegen – dies ist positiv für den Umtausch, doch alle zu importierende Güter, inkl. Alltagsgegenstände, Medikamente oder Lebensmittel, die nicht im Land produziert werden (können), steigen im Preis.

Ende Juli beginnen die Sommerferien in Rwanda und das neue Schuljahr startet zum 6. September. Dann können wir alle Kindergarten- und Schulkinder der Primarstufe (1. bis 6. Klasse) der Schule in Higiro mit einer Grundausstattung von Schulutensilien begrüßen. Dies ist eine sehr große Entlastung für die Eltern, sodass sie hoffentlich die Erträge aus der Subsistenzwirtschaft und den wenigen Verkäufen für Lebensmittel der Kinder verwenden können, da das tägliche Essen in der Schule in den Ferien wegfällt. Gerne geben wir im Weihnachtsrundschreiben einen detaillierten Überblick!