Projektregion

Die Projektregion: Boanmadumasi
Beim Huttel Gesundheits- und Entwicklungszentrum

Das Huttel Gesundheits- und Entwicklungszentrum liegt im tropischen Teil des Landes, etwa 170 km nördlich der Küste und 750 km nördlich des Äquators. Es ist von fünf weiteren Dörfern sowie unzähligen kleineren Siedlungen umgeben. Die nächste Kleinstadt liegt 25 km entfernt, die zweitgrößte Stadt des Landes Kumasi circa 55 km. Die Menschen in und um Boamadumasi zählen zum Volk der Akan (Ashanti, Fanti und Brong), welche 45% der Bevölkerung ausmachen. Die Sprache des Akan-Volkes ist Twi. Die Amtssprache Englisch wird nur von wenigen Bewohnern der ländlichen Regionen gesprochen. Es existiert ein traditionelles Herrschaftssystem mit einem König und einem Ältestenrat auf Dorf- und Distriktebene. 

In Boamadumasi leben circa 1.000 Einwohner. In den umliegenden fünf Dörfern und verstreuten Siedlungen leben weitere 5.000 Menschen. Von Boamadumasi aus erreicht man die meisten Dörfer ausschließlich zu Fuß, einige nur in einem stundenlangen Marsch durch den Busch (die Überreste des vormals dort existierenden Regenwaldes, bestehend aus hohem Gras, Büschen und zum Teil lockerem Tropenwald).  

Die Menschen leben in extremer Armut. Sie leben von der Subsistenzwirtschaft und produzieren landwirtschaftliche Erzeugnisse primär zur Eigenversorgung. Die kleinen Überschüsse werden auf dem lokalen Markt zu sehr schwankenden Preisen verkauft, um Einnahmen für notwendige Anschaffungen zu generieren.  

Aufgrund des niedrigen Einkommens können sich die meisten Menschen keine Gesundheitsversorgung im nächsten Distriktkrankenhaus leisten. Neben der teuren (und teilweise mangelhaften) Gesundheitsversorgung und Verpflegung des Patienten müssen auch die teuren öffentlichen Verkehrsmittel bezahlt werden. 

Das Bildungswesen ist stark unterentwickelt. Nur wenige Dörfer haben eine Grundschule und daher müssen die Kinder teilweise extrem lange Fußwege bis zur nächsten Schule zurücklegen. Den existierenden Schulen mangelt es an Unterrichtsmaterialien und Lehrern. Einige Eltern können zudem das Schulgeld nicht aufbringen und vielfach müssen die Kinder im Haushalt und auf den Feldern mithelfen oder gehen in die Städte, um dort nach Arbeit und besseren Perspektiven zu suchen. Des Weiteren fehlt eine Basisinfrastruktur wie Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. 

DEU