GHANA

Ghana










Ghana liegt an der Südküste Westafrikas und grenzt an die Elfenbeinküste, Togo und Burkina Faso. Die „Goldküste“ Westafrikas beherbergt eine vielfältige Flora und Fauna mit drei Haupt-Landschaftsformen: die Küstenebene im Süden, den stark durch Abholzung beeinträchtigten tropischen Regenwald im Südwesten und die Savanne im Norden. Klimatisch wird das Land vom nahen Äquator beeinflusst. Daher gibt es eine extrem heiße Trockenzeit und eine schwülwarme, feuchte Regenperiode. Der südliche Teil des Landes hat zwei Regenzeiten pro Jahr, der Norden eine.  

Das Rückgrat der Volkswirtschaft ist die Landwirtschaft, in der mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen Beschäftigung finden. Kakao ist das mit Abstand wichtigste Produkt für den Export. Damit ist die Volkswirtschaft stark vom Weltmarkt abhängig und bestimmt so das Einkommen eines Großteils der Erwerbstätigen.  

Ghana ist eine Republik mit einem demokratisch gewählten Präsidenten; die politische Lage ist im Gegensatz zu vielen anderen westafrikanischen Ländern stabil. In dem tropischen Land leben verschiedene Volksgruppen mit rund 70 Dialekten Die Hauptsprachen sind Englisch und Twi. Ungefähr die Hälfte der Ghanaer ist jünger als 16 Jahre.


Die Projektregion Boamadumasi

Das Huttel Gesundheits- und Entwicklungszentrum liegt im tropischen Teil des Landes, etwa 170 km nördlich der Küste und 750 km nördlich des Äquators. Es ist von fünf weiteren Dörfern sowie unzähligen kleineren Siedlungen umgeben. Die nächste Kleinstadt liegt 25 km entfernt, die zweitgrößte Stadt des Landes Kumasi circa 55 km. Die Menschen in und um Boamadumasi zählen zum Volk der Akan (Ashanti, Fanti und Brong), welche 45% der Bevölkerung ausmachen. Die Sprache des Akan-Volkes ist Twi. Die Amtssprache Englisch wird nur von wenigen Bewohnern der ländlichen Regionen gesprochen. Es existiert ein traditionelles Herrschaftssystem mit einem König und einem Ältestenrat auf Dorf- und Distriktebene. 

In Boamadumasi leben circa 1.000 Einwohner. In den umliegenden fünf Dörfern und verstreuten Siedlungen leben weitere 5.000 Menschen. Von Boamadumasi aus erreicht man die meisten Dörfer ausschließlich zu Fuß, einige nur in einem stundenlangen Marsch durch den Busch (die Überreste des vormals dort existierenden Regenwaldes, bestehend aus hohem Gras, Büschen und zum Teil lockerem Tropenwald).  

Die Menschen leben in extremer Armut. Sie leben von der Subsistenzwirtschaft und produzieren landwirtschaftliche Erzeugnisse primär zur Eigenversorgung. Die kleinen Überschüsse werden auf dem lokalen Markt zu sehr schwankenden Preisen verkauft, um Einnahmen für notwendige Anschaffungen zu generieren.  

Aufgrund des niedrigen Einkommens können sich die meisten Menschen keine Gesundheitsversorgung im nächsten Distriktkrankenhaus leisten. Neben der teuren (und teilweise mangelhaften) Gesundheitsversorgung und Verpflegung des Patienten müssen auch die teuren öffentlichen Verkehrsmittel bezahlt werden. 

Das Bildungswesen ist stark unterentwickelt. Nur wenige Dörfer haben eine Grundschule und daher müssen die Kinder teilweise extrem lange Fußwege bis zur nächsten Schule zurücklegen. Den existierenden Schulen mangelt es an Unterrichtsmaterialien und Lehrern. Einige Eltern können zudem das Schulgeld nicht aufbringen und vielfach müssen die Kinder im Haushalt und auf den Feldern mithelfen oder gehen in die Städte, um dort nach Arbeit und besseren Perspektiven zu suchen. Des Weiteren fehlt eine Basisinfrastruktur wie Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.

 

Das Gesundheitsprojekt 

Foundation Human Nature (FHN) betreut ein ländliches Gesundheits- und Entwicklungszentrum in der Ashanti-Region im Südwesten Ghanas. Das Projekt wurde bereits 1989 von der Deutschen Hannelore Huttel ins Leben gerufen und FHN Anfang 2003 zur weiteren Betreuung übergeben. 

In der Region um Boamadumasi sind Malaria, Tuberkulose und Typhus die häufigsten und bedrohlichsten Erkrankungen. Hautinfektionen, Atem- und Harnwegserkrankungen sowie Durchfallerkrankungen sind nicht minder selten. Ein weiteres schwerwiegendes Problem bereiten tropische Geschwüre wie Buruli Ulcus, die früh erkannt werden müssen, damit Aussicht auf Heilung besteht, und vor allem bei Schulkindern häufig vorkommen. Kleinkinder leiden insbesondere an Durchfall- und Atemwegserkrankungen, Masern, Unterernährung und Malaria, die zum Tod führen. Die meisten Einheimischen sind nicht geimpft und wissen nur unzureichend über Hygiene und Familienplanung Bescheid. 

Im Huttel Gesundheits- und Entwicklungszentrum sorgen ein medizinischer Assistent, eine Hebamme, ein Laborant sowie drei Hilfsschwestern für eine Basisgesundheitsversorgung der Bevölkerung.  

Wöchentlich besuchen 40 bis 50 Patienten das Huttel Gesundheits- und Entwicklungszentrum. In Zusammenarbeit mit der regionalen Gesundheitsbehörde werden monatlich Impfkampagnen durchgeführt. Die Durchführung des Projekts liegt bei den Einheimischen. Gesundheitshelfer, bestehend aus Freiwilligen aus den umliegenden Dörfern, treffen sich im wöchentlichen Rhythmus. Sie erörtern Angelegenheiten und Probleme der Dörfer und der Gesundheitsstation, erarbeiten Lösungen und bilden sich in Workshops zu gesundheitsbezogenen Themen weiter.

In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Gesundheitsstation und freiwilligen Ärzten aus Europa und den USA organisieren sie Aufklärungs- und Impfkampagnen. Sie führen Informationsveranstaltungen und Workshops in den umliegenden Dörfern zu Themen wie Malaria, Hygiene und Familienplanung durch. Durch eine Kombination aus Behandlung, Vorbeugung und Aufklärungsarbeit werden Krankheiten nicht nur behandelt, sondern verhindert.

Die Projektkoordination verantwortet der lokale Projektverantwortliche von FHN Ghana, dem die administrativen Angelegenheiten sowie die Koordination und die Supervision obliegen. Das Projekt wird von Dr. Edward Gold (FHN England) betreut. 

Ein 2004 angelegter Brunnen versorgt das Zentrum und das anliegende Dorf mit Trinkwasser. Es bestehen Kontakte zu lokalen Schulen, um die Bildungssituation zu verbessern. Seit März 2006 existiert an der Station eine Solarstromanlage zur Stromversorgung, mit der unter anderem der Kühlschrank zur Aufbewahrung von Impfstoffen und Antiseren betrieben wird. 

DEU