Projektregion

Die Projektregion: El Páramo
Karte der Region El Páramo – erstellt von Volontären, die mit Hilfe eines GPS-Gerätes ihre Position bestimmten.

„La Y de la Laguna“ (sprich: La Jeh) und die ungefähr 30 Dorfgemeinschaften liegen in der Region „El Páramo“ im Naturschutzgebiet „Mache Chindul“, einem Naturpark mit ursprünglich tropischem Regenwald und einer Lagune in der Provinz Esmeraldas. Die Kantonhauptstadt Quinindé mit ca. 30.000 Einwohnern und einem Krankenhaus liegt etwa 40 km entfernt von La Y. Von dort aus fahren „Camionetas“ (Pick-Up-Trucks) und „Rancheras“ (LKWs mit auf den Ladeflächen gebauten Holzsitzen) auf einem schwer befahrbaren Weg nach La Y. Die Fahrt kann in der Regenzeit (Januar bis April) bis zu vier Stunden dauern.  

Der Name des Hauptdorfes „La Y de la Laguna“ heißt übersetzt „die Y-Weggabelung an der Lagune“, denn an diesem Ort teilt sich der Weg von der Stadt über das Dorf in die vielen kleinen Dorfgemeinschaften in der Umgebung, die fast nur zu Fuß oder per Pferd/Maulesel erreichbar sind. Ein solcher Weg nimmt im Extremfall zehn bis zwölf Fußstunden in Anspruch, besonders in der Regenzeit. 

Hauptsächlich Bewohner der Provinz Manabí haben sich hier vor einigen Jahrzehnten angesiedelt. Inzwischen leben etwa 6.000 Menschen in diesem Gebiet, hauptsächlich Mestizen sowie dunkelhäutige Menschen und Ureinwohner. Genaue Angaben zur Bevölkerungszahl sind nicht bekannt.  Da die Besiedlung El Páramos von der Regierung aufgrund des Naturschutzgebietes eher missbilligend in Kauf genommen wurde, gab es in der Vergangenheit für El Páramo kaum staatliche Unterstützung.  In der Region gibt es keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu Trinkwasserleitungen, Abfallbeseitigung und Stromversorgung (nur in La Y, jedoch nicht zuverlässig). Wenige Bildungsmöglichkeiten stehen der Bevölkerung zur Verfügung. Die schlecht bezahlte Landwirtschaft erwirtschaftet nur geringe Löhne. Die Natur, der größte Schatz, den die Menschen in der Region besitzen, wird durch landwirtschaftliche Arbeit stark in Mitleidenschaft gezogen. 

Bis zur Entstehung des Gesundheitszentrum in La Y erschwerten hohe Kosten und die beschwerliche Anreise nach Quinindé (vor allem während der Regenzeit) die Gesundheitsversorgung.

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