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  • Guido Tomalá im Labor
    Sonntag, den 19. März 2017: Wir trauern um Guido Tomalá, den Laboranten unserer Gesundheitsstation in La Y de la Laguna, Ecuador. Guido ist am 20. Februar 2017 an den Folgen eines schweren Autounfalles gestorben. Er wurde nur 37 Jahre alt. Guido hinterlässt seine langjährige Lebenspartnerin, mit der er drei Kinder hatte. Er war ein wundervolles Beispiel gelungener Entwicklungszusammenarbeit. Rekrutiert wurde Guido von uns im Jahr 2002, Er wohnte in einem Nachbardorf von La Y de la Laguna. In Zusammenarbeit mit den ecuadorianischen Gesundheitsbehörden bildeten wir ihn zum Laboranten aus. Zunächst war er über FHN angestellt, in den letzten Jahren war sein Arbeitgeber jedoch das Gesundheitsministerium Ecuadors. Guido kannte das Gesundheitsprojekt wie kaum ein anderer und konnte neben der Arbeit im Labor viele Projekte der öffentlichen Gesundheit selbstständig durchführen. Unzählige Besuche in den vielen Dörfern der Projektregion machten ihn zu einem Kenner der lokalen Verhältnisse. Diese Treffen sowie seine gewissenhafte Arbeit im Labor schufen einen sehr guten Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Dies bot einen großen Vorteil für die Arbeit des Gesundheitsprojektes. Es wird kaum möglich sein, die Lücke zu füllen, die Guido hinterlässt. Die meisten Vorstandsmitglieder kannten Guido persönlich, zum Teil seit vielen Jahren. Wir vermissen ihn als Mitarbeiter und Freund. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit besonders bei Guidos Familie.
  • Sonntag, den 24. April 2016: Bitten laden Sie hier unser Sonderrundschreiben herunter, welches die aktuelle Situation in El Páramo beschreibt, sowie derzeitige gesundheitliche Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung. 
  • Ein Erdbeben der Stärke 7,8 hat in der Nacht des 17. Aprils 2016 den Nordwesten Ecuadors erschüttert. Das Epizentrum liegt nur circa 20 km von unserer Projektregion El Páramo entfernt. Seitdem hat es mehrere Nachbeben gegeben. Sobald uns Neuigkeiten erreichen, informieren wir Sie auf dieser Seite. 
    • Samstag, 21. Mai: gestern fand in der Distrikthauptstadt Quinindé eine Versammlung statt, in der der Abriss des Betonturms geplant wurde. Neben dem Bürgermeister, der Feuerwehr, der Polizei und dem Roten Kreuz waren weitere staatliche Stellen vertreten. Die Gefahr wurde nochmal deutlich gemacht. Der Plan ist nun, kommenden Freitag Maschinen zum Abriss nach La Y zu bringen. Wir hoffen, dass dies funkioniert, da uns viele Faktoren, v.a. die Verfügbarkeit der Maschinen, das Wetter und die Straßenpassierbarkeit, noch einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Bis dahin versucht unsere Administratorin Silvia eine alternative Wohnmöglichkeit in La Y für das Ärzteteam zu finden, da es im Mehrzweckhaus zu gefährlich ist. Nur auf diese Weise kann die Versorgung der Patienten auch in Notfallsituationen nachts sichergestellt werden. Eine tägliche Fahrt aus Quinindé wäre zu aufwendig. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
    • Donnerstag, 19. Mai: in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 2:57 Uhr Orszeit trat ein starkes Nachbeben von 6.7 in der Region auf. Verständlicherweise gerieten die Menschen in Panik und verließen ihre Häuser. Gleichzeitig fiel der Strom wieder aus. An Nachtruhe war nicht mehr zu denken. Zwei Tote sind zu beklagen, als Todesursache werden ein Herzinfarkt oder Herzschlag vermutet. Verletzte wurden aufgrund von Stürzen beim eiligen Verlassen der Häuser oder herabfallenden Gegenständen gemeldet. Die schon durch Risse beschädigten Wände in der Gesundheitsstation sind noch mehr in Mitleidenschaft gezogen worden, ebenso der Betonturm. Einen Plan zum Abriss gibt es noch nicht, da noch viele Fragen offen sind: wer ist zuständig und  kann den Abriss ausführen, wer bezahlt den Abriss, wann kann mit dem Abriss gestartet werden. Eine Wand der Kirche in La Y ist eingestürzt, ebenso eine Wand der Schule, weitere Schulgebäude der Region sind beschädigt. Generell hat das Ärzteteam seit Beginn der Erdbeben verstärkt Erkrankungen festgestellt,  die aus der unsicheren Situation für die Menschen resultieren wie Bluthochdruck, Angstzustände, Schlafstörungen. Wir überlegen innerhalb des Vorstands, wie wir hier unterstützen können. Morgen versucht unsere Administratorin Silvia erneut, einen Ansprechpartner des Distrikts zu erreichen, um den Abriss des Betonturms zu besprechen.
    • Donnerstag, 12. Mai: Nach langem Warten wurde gestern der Betonturm zwischen Gesundheitsstaion und Mehrzweckhaus von einem Experten des Ministeriums für Umweltschutz aus Quito inspiziert. Fazit: der Turm soll abgerissen werden, da er einsturzgefährdet ist. Der obere Teil neigt sich außerdem Richtung Gesundheitsstation. Wie, wann und von wem dieser Abriss durchgeführt werden soll, ist allerdings noch unklar. Ebenso, wer die Kosten dafür übernimmt. Für Montag wurde das schriftliche Gutachten zugesichert, mit diesem wird unsere Administratorin Silvia erneut bei unterschiedlichen staatlichen Stellen vorsprechen und um Unterstützung bitten. Für nächste Woche Dienstag hat sie einen Termin mit dem Bürgermeister der Distrikthauptstadt. Morgen wird eine Lieferung für das Labor erwartet, welche aus dem Notfallfonds getätigt wurde. Dann sind erstmals wieder Urinuntersuchungen, das Durchführen von Schwangerschaftstests, Blutzuckermessungen und ähnliches möglich. Weiterhin haben wir eine Liste mit den Laborutensilien erhalten, die bei dem Beben zerstört wurden. Wir werden diese analysieren und überlegen, was wir sofort oder auch erst später ersetzen können.
    • Dienstag, 10. Mai: für morgen, Mittwoch (11.5.), wird ein Besuch von Experten erwartet, um endlich den Status des Turms festzustellen. Ebenso soll eine Untersuchung der Wände der Gesundheitsstation und des Mehrzweckhauses stattfinden. Im Anschluss daran sollen dann die nötigen Maßnahmen definiert werden. Gleichfalls haben wir mit dem Büro der EU und der Delegation der EU in Ecuador Kontakt aufgenommen, denn der Turm wurde ursprünglich von der EU gebaut. Vielleicht können wir ja von dort ebenfalls Unterstützung erhalten.
    • Donnerstag, 05. Mai: Es wird ein weiterer Versuch gestartet, Experten zur Begutachtung des Turms mit einem Auto zur Gesundheitsstation zu bringen. Wir hoffen, dass dieser Versuch erfolgreich ist und v.a. ein Ergebnis zum Zustand des Turmes vorliegt.
    • Dienstag, 03. Mai: Weitere Nachbeben haben Straßen und Wege in der Region stark zerstört. Die uns über Whatsapp übermittelten Bilder zeigen Wege mit tiefen Rissen und eine "Versatz" der Straßenoberfläche von geschätzt mehr als zwei Metern. Erdrutsche neben und über die Wege erschweren zusätzlich die Fortbewegung in und aus der Region. Ein Teil unserer geschickten Soforthilfe wurde für den Kauf von Medikamenten und Hilfs- und Verbandsstoffe genutzt. Wenigstens diese stehen nun in der Gesundheitsstation zur Verfügung. Seit Samstag (30. April) ist die Internetverbindung wieder unterbrochen, das Telefonieren ist aufgrund extremer Verzerrung und Nachhall nicht möglich.
    • Woche vom 25. bis 29. April: unsere Administratorin Silvia hat unterschiedliche staatliche Stellen kontaktiert, um Hilfe bei der Analyse zum Zustand des Wasserturms zu erhalten. Besuche wurden zugesagt, es gab auch einen Termin vor Ort, allerdings noch kein Ergebnis. Eine Strecke von der Distrikthauptstadt Quinindé bis nach La Y de la Laguna dauert bis zu zweieinhalb Stunden, weil Straße und Wege nicht durchgehend befahrbar sind. Aufgrund starker Nachbeben sind weitere Dörfer in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Dorf "Juanita" sind 11 Häuser stark beschädigt worden, einige einsturzgefährdet. Detailinformationen liegen leider noch nicht vor.
    • Sonntag, 24. April - 20 Uhr (CET): Wir haben mit unserem Laboranten Guido telefoniert. Ihm und seiner Familie geht es gut, allerdings leiden sie wie alle Bewohner der Region El Páramo und der Küstengebiete unter den anhaltenden Nachbeben. Er erwähnte nochmals seinen Versuch, beim Distriktkrankenhaus wenigstens die dingendsten Tests und Ersatzausstattung für das Labor zu erhalten - jedoch ohne Erfolg. Er wird uns nun seine Liste schicken und dann werden wir beraten, ob und wie wir unsere 2.500 Dollar Soforthilfe aufstocken können. Morgen wird er die Stromleitungen der Gesundheitsstation und des Mehrzweckhausses überprüfen. In Ecuador werden diese auf den Wänden befestigt, sodass offene Kabel oder Beschä-digungen sichtbar sind. Wir hoffen, dass keine Beschädigungen durch die Erschütterungen vorhanden sind, damit einzelne Teile der Wände nicht "unter Strom" stehen und zur Gefahr für Ärzteteam oder Patienten werden.
    • Freitag, 22. April - 20:40 Uhr (CET): Informationen aus einem ca. 1h Gespräch mit unserer Administratorin Silvia und Doctora Idania: Das Behandlungszimmer der Hebamme ist nicht mehr benutzbar, weil Wände aufgrund der Risse einsturzgefärdet sind. Am Mehrzweckhaus ist die Treppe in den ersten Stock kaputt, ebenso ein Teil des umlaufenden Balkons, der als Zugang zu allen Zimmern genutzt wird. Durch die Insta-bilität der Wände ist keine Tür mehr korrekt in der Zarge, sondern ist verklemmt, ebenso die Schlösser. Aus Angst, bei einem Nachbeben die Tür nicht mehr öffnen zu können und somit eingeschlossen zu sein, werden die Türen offen gelassen. So können aber auch Mücken oder Schlangen in die Zimmer gelangen. Unser Laborant Guido hat mit einer Liste der Laborausstattung beim Distriktkrankenhaus in Quinindé vorgesprochen und um Hilfe und Ersatz gebeten. Dort sind jedoch weder Geld zur Ersatzbeschaffung noch Equipment verfügbar. Am Freitag war leider auch das Büro der Stadtverwaltung nicht mehr besetzt, sodass unsere Administratorin am Montag nun erneut einen Versuch startet, dass sich ein Experte den Betonturm ansieht, um dringend zu erfahren, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit wieder Sicherheit für Patienten, das Ärzteteam und die Nachbarn herrscht. Zum Status der im Boden gemauerten Zisterne für Regenwasser sowie deren Zu- und Ableitungen gibt es bisher keine Information, da diese gefüllt ist und es auch häufig nachregnet. Eine Beschädigung kann erst in der Trockenzeit (im Normalfall Mai - September) festgestellt werden.
    • Donnerstag, 21. April: Die Nachbeben lassen nicht nach. Daher sind die Risse in den Wänden der Gesundheitsstation größer geworden. Es besteht die Befürchtung, dass drei der Wände bei weiteren Nachbeben einstürzen könnten. Ebenso haben wir von Doktora Veronica erfahren, dass der Betonturm zwischen den Gebäuden bei den Nachbeben bedrohlich schwankt. Da die Nachbeben andauern, wurde der Schulunterricht bis Juni ausgesetzt. Die Regierung überlegt, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, um aus diesen Einnahmen Aufbauarbeiten zu finanzieren. Unsere Administratorin Silvia spricht heute mit Verantwortlichen des Krankenhauses der Distrikthauptstadt Quinindé, welche Soforthilfe von dort zu erwarten ist. Wir sind jedoch nicht sehr hoffnungsvoll, da nun überall Notstand herrscht und schon zu Normalzeiten weder ausreichend Medikamente noch Verband- und Verbrauchsstoffe zur Verfügung gestellt wurden. Die Situation der Wege hat sich nochmals verschlimmert - es kann kein Auto den Weg komplett passieren - eine Strecke muss zu Fuß durch den Schlamm zurückgelegt werden. Das Ärzteteam macht sich große Sorgen, wie in dieser Situation Schwangere (Geburtstermin in den nächsten zwei Wochen) kurz vor ihrer Entbindung in das Krankenhaus gebracht werden können.
    • Mittwoch, 20. April - 16:52 Uhr (CET). Stand heute wurden 525 Tote und über 4.600 Verletzte gezählt, mehr als 300 Menschen werden noch vermisst. Nachbeben - seit Samstagabend mehr als 400 - erschrecken die Menschen. Aufgrund eines sehr starken Nachbebens der Stärke 6.6 um Mitternacht konnten weder unsere Administratorin Silvia noch das Team der Ärzte und Krankenschwestern in La Y die restlichen Nacht schlafen - sie waren zu aufgewühlt. Leider haben wir noch keine Information, ob die Suche nach einem Statiker zur Kontrolle des möglicherweise Einsturz gefährdeten Turms erfolgreich war.
    • Dienstag, 19. April - 20 Uhr (CET): Unsere Administratorin Silvia hat uns einen Großteil der gestellten Fragen beantworten können. Es scheint so, dass es glücklicherweise in La Y und der Umgebung keine Toten durch das Erdbeben gegeben hat. Ebenso ist die Zahl der Verletzten gering. Die Verletzungen wurden hauptsächlich durch umstürzende Wände verursacht. Die Wände der Gesundheitsstation und des gegenüberliegenden Mehrzweckhauses weisen Risse auf, die Laboreinrichtung ist komplett zerstört. Große Sorgen bereitet ein hoher, nah bei beiden Gebäuden stehender Turm aus Beton. Es ist nicht sicher, ob er bei Nachbeben umstürzen kann. Daher ist es aktuell weder sicher, in der Gesundheitsstation Patienten zu behandeln noch für das medizinische Team nachts im Mehrzweckshaus zu schlafen. Wir haben einen Notfallfonds von 2.500 USD bereit gestellt, um schnell und unbürokratisch benötige Medikamente, Verband- und Verbrauchsstoffe zu kaufen. Ebenso soll sofort ein Statiker kontaktiert werden, der den Turm überprüft. Für morgen planen wir eine Konferenz per skype, um auch persönlich mit unseren Angestellten und dem Ärzteteam in Kontakt zu kommen.
    • Montag, 18. April - 21:30 Uhr (CET): Ein weiterer Anruf bei Silvia war nicht erfolgreich. In der Hoffnung, dass die Kommunikationsmöglichkeiten schnell wieder hergestellt werden, haben wir eine Email gesandt. Wir hoffen auf schnelle Antwort! 
    • Montag, 18. April - 15:30 Uhr (CET): Unsere Administratorin Silvia konnte aus der nächst gelegenen Stadt Quinindé nach La Y de la Laguna zur Gesundheitsstation fahren. Sie sah teilweise zerstörte Gebäude, auch in La Y, aber bisher sind glücklicherweise im Dorf selber keine Toten zu beklagen. Die Verbindung per Mobiltelefon ist immer noch schlecht. Sie teilte jedoch mit, dass sie nun die Gesundheitsstation auf Schäden untersuchen, um ein sicheres Betreten zu gewährleisten. Dann sollen v.a. die noch brauchbaren Medikamente gesichert werden. 
    • Sonntag, 17. April - 21 Uhr (CET): Die Hebamme ist wohl in der Gesundheitsstation gemeinsam mit einer Krankenschwester und der Ärztin, aber wir haben keinen Kontakt, weil das Handynetz zusammengebrochen ist. Wir hoffen, morgen mehr Informationen zu haben, um der Projektregion im Rahmen unserer Möglichkeiten schnelle Hilfe zukommen zu lassen. 
    • Sonntag, 17. April - 15 Uhr (CET): Krankenschwester, Hebamme und Administratorin der Gesundheitsstation sind wohlauf. Bisher haben wir noch keinen Überblick über mögliche Verletzte, Tote oder Schäden an der Station. Einige der Angestellten befinden sich in einem Nachbardorf auf einer Gesundheitskampagne und können dort nicht erreicht werden, weil es dort kein Handynetz gibt.
    • Vom 26.2.-28.2.2016 traf sich der Vorstand von FHN, um gemeinsam die zukünftigen Aktivitäten der Organisation zu diskutieren. 
    DEU